FAQ
Was ist eine Narkose?
(=Allgemeinanästhesie, =Vollnarkose) Hier wird medikamentös ein tiefer, schlafähnlicher Zustand erzeugt. Es wird aber nicht nur das Bewusstsein, sondern auch die Schmerzempfindung ausgeschaltet. Im Regelfall muss während der Narkose eine Atemhilfe (Kehlkopfmaske, Tubus) eingelegt werden, damit der Anästhesist die Atmung unterstützen oder übernehmen kann. Dieser Vorgang findet in tiefer Narkose statt und bleibt somit vom Patienten unbemerkt.
Reflexe, wie zum Beispiel der Hustenreflex, sind unterdrückt.
Wie beginnt die Narkose?
Was ist eine Maskennarkose?
Die Narkose wird im Regelfall durch die Gabe von Medikamenten über einen Venenzugang gestartet. Bei jungen Kindern (Faustformel: bis 6 Jahre) kann die Narkose auch über eine Maske mit „Narkosegas“ eingeleitet werden. In Narkose wird dann jedoch regelhaft noch ein Venenzugang gelegt und die Narkosetiefe nach Bedarf medikamentös über die Vene vertieft.
Wie lange braucht es, um aus der Narkose aufzuwachen?
Die „Aufwachzeit“ ist von diversen Faktoren abhängig und kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Die Narkose endet jedoch immer im Eingriffs- oder Operationsraum, wo auch die jeweils verwendete Atemhilfe entfernt wird. Regelhaft sind die Patienten aber noch so schläfrig, dass die Erinnerungen erst im Aufwachraum einsetzen. Allgemein endet die Narkose in einem Bereich von 5-15 Minuten nach Ende des Eingriffs/ der Operation.
Was ist eine Sedierung?
(=Dämmerschlaf) Hier wird medikamentös ein oberflächlicher Schlaf erzeugt. Im Regelfall muss die Sedierung bei einer Operation um eine -> örtliche Betäubung ergänzt werden, da die Schmerzempfindung nicht ausgeschaltet wird. Im Gegensatz zur Narkose ist meist keine Atemhilfe notwendig und die Reflexe (Atemreflex, Hustenreflex) sind nicht ausgeschaltet.
Was ist eine Analgo-Sedierung?
Sedierung, bei der zusätzlich noch ein Schmerzmittel (=Analgetikum) gegeben wird. Diese Kombination vermag bei sehr kleinen Eingriffen ausreichen, bietet aber lange nicht die Möglichkeiten einer Vollnarkose.
Was ist eine örtliche Betäubung?
(Lokalanästhesie, Regionalanästhesie) Hier wird mit speziellen Medikamenten, welche ins Gewebe gespritzt werden, eine zeitweilige Blockade der Schmerzweiterleitung der Nerven hervorgerufen. Das Bewusstsein der Patienten bleibt erhalten. Wenn ein Nerv oder ein Nervengeflecht betäubt werden, ist es häufig so, dass die Stelle der Betäubung nicht unbedingt an der Stelle der Operation ist.
Was ist ein Hypnotikum?
(=Schlafmittel, Sedativum) Ein Medikament, das zum Ausschalten des Bewusstseins im Rahmen einer Sedierung oder auch Narkose verwendet wird.
Was ist ein Analgetikum?
(=Schmerzmittel) Ein Medikament, das zum Ausschalten von Schmerzen gegeben wird. Die können „alltägliche“ Präparate wie z.B. Ibuprofen sein, aber auch stärkste Schmerzmittel, die während Operationen verabreicht werden.
Was passiert beim Aufklärungsgespräch?
Bei dem Anästhesie-Aufklärungsgespräch informiert sich der Anästhesist über ihren Gesundheitszustand. Hierzu werden die Angaben aus dem Aufklärungsbogen und ggf. weiteren Dokumenten (Medikamentenplan, Arztberichte, EKG, Laborbefund, Allergiepass) genutzt und es findet eine körperliche Untersuchung statt.
Danach wird der Ablauf der Anästhesie erläutert. Diese Ausführungen beinhalten allgemeine und persönliche Risiken und Nebenwirkungen des geplanten Anästhesieverfahrens sowie etwaige Alternativen. Auch das Verhalten nach der Narkose wird erläutert. Wenn alle Ausführungen verstanden und alle Fragen beantwortet wurden, wird der Aufklärungsbogen unterschrieben.
Was bedeutet Nüchternheit?
Nüchternheit im Kontext der Narkose ist der Zustand, in dem sich keine Speisen oder Getränke im Magen / Zwölffingerdarm befinden, die erbrochen werden und im schlimmsten Fall in die Lunge eindringen könnten. Die Nüchternheit wird durch Einhalten der Nüchternheitszeiten erreicht.
Welche Nüchternheitszeiten gelten vor Narkose?
Pauschal gilt für Erwachsene: die letzten 6 Stunden vor einer Narkose soll weder etwas gegessen, getrunken oder geraucht werden. Einzige Ausnahme ist die Einnahme von Medikamenten mit etwas Wasser oder das Wasser an sich, das bis 2 Stunden vor Narkose getrunken werden darf.
Bei Kindern sind die Empfehlungen bzgl. des Wassers etwas freigiebiger, es darf bis kurz vor der Narkose Wasser getrunken werden.
Kann ich meine Medikamente am Morgen der Narkose einnehmen?
Ihr Anästhesist muss über alle verordneten Medikamente unterrichtet sein.
Die meisten Medikamente können mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden.
Diabetes-Medikamente werden häufig am OP-Tag pausiert, insulinpflichtige Patienten sollten die Details immer individuell mit dem Anästhesisten besprechen.
Fragen zur Einnahme Ihrer blutverdünnenden Medikamente hingegen besprechen Sie am Besten mit dem Operateur.
Wie bereite ich mich auf die Narkose vor?
Sie haben von der Praxis bereits alle nötigen Unterlagen erhalten. Bitte lesen sie diese aufmerksam durch. Den Anamnese- und Aufklärungsbogen der Anästhesie lesen sie bitte durch und machen Angaben zu den Gesundheitsfragen. Dieser Bogen bildet die Basis für das Aufklärungsgespräch. Organisieren Sie bitte eine Person, die sie im Aufwachraum und auf dem Nachhauseweg begleitet. Darüber hinaus benötigen Sie eine Betreuung für die 24 Stunden nach der Narkose.
Ich habe Angst vor der Narkose, ist das normal?
Ja, Narkoseangst ist sehr häufig (bis zu 80% der Patienten). Häufige Befürchtungen sind „nicht mehr aufzuwachen“ oder auch „Schmerzen zu spüren“. Auch der Kontrollverlust wird häufig als unangenehm empfunden. Diese Ängste sind angesichts der sehr geringen Risiken unbegründet, aber Angstgefühlen kann man mit rationalen Argumenten häufig nicht ausreichend begegnen. Das gesamte Team wird die Angst durch einfühlsame und ruhige Betreuung mildern. Durch Erklärungen werden Sie eingebunden, was das Gefühl des „sich-ausgeliefert-Seins“ verringert.
Welche Risiken birgt eine Narkose?
Das statistische Risiko, bei einer Narkose zu versterben, beträgt ca. 1:100.000 (Das Risiko innerhalb eines Jahres im Straßenverkehr zu versterben ist mehr als 3x höher!). Auch das Risiko für allergische Reaktionen (<0,1%) und schwerwiegende Kreislaufproblemen (~0,15%) ist sehr niedrig.
Häufigere Nebenwirkungen sind: Postoperative Übelkeit und Erbrechen (bis zu 30%), Heiserkeit durch die Atemhilfe (ca. 13%) und die (sehr) schlechte Laune, die bis zu 80% der Kinder im Vor- und Grundschulalter im Aufwachraum zeigen.
Wie lange muss ich nach der Narkose im Aufwachraum bleiben?
Im Aufwachraum ruhen sich die Patienten nach der Narkose aus. Hier werden auch die Vitalwerte überwacht.
Nach der Narkose sind die Patienten unterschiedlich schnell wieder fit. Im ambulanten Bereich ist dies häufig schneller der Fall als im stationären Bereich.
Die meisten Patienten können nach 60-120 Minuten aus dem Aufwachraum entlassen werden.
Wenn die Schmerzen gut behandelt sind, die Vitalwerte auch im Stehen und Gehen stabil sind und keine Übelkeit o.ä. vorliegen, können die Patienten in Begleitung die Praxis verlassen.